OBERSTREU Zum Marktplatz Skip Navigation Links
   

Wer seinen Traum vom Eigenheim verwirklichen will, muss tief in die Tasche greifen. Vielerorts im Landkreis Rhön Grabfeld sind die Grundstückspreise auf weit über 100 Euro pro Quadratmeter geschnellt. Eine positive Ausnahme macht die Gemeinde Oberstreu. Der Quadratmeterpreis für ein Grundstück „Am Weinberg" wurde auf 89 Euro festgelegt. Zu schön, um wahr zu sein? Oder steckt etwas Anderes dahinter? Hat man sich seitens der Kommune verkalkuliert? Und was bedeuten die seit März laufenden archäologischen Grabungen? Unsere Redaktion hat bei Bürgermeister Stefan Kießner nachgefragt. Die Gerüchteküche brodelt. Wilde Spekulationen kursieren. Wo genau sie ihren Ursprung nahmen, sei schwer nachvollziehbar, erklärt der Gemeindechef. Wichtig ist ihm, damit aufzuräumen und alle Bürgerinnen und Bürger vollumfänglich zu informieren. „Weder hat ein Großinvestor seine Hand im Spiel, noch sind sämtliche Bauplätze von einer mir bekannten Person aufgekauft worden. Zu keinem Zeitpunkt war die Rede davon, dass ein Ankerzentrum für Asylbewerber nach Oberstreu kommen soll. Entgegen anderslautenden Behauptungen eignet sich die Bodenbeschaffenheit für anstehende Bauvorhaben", stellt Kießner klar. Der Boden sei auch nicht steinig, sondern sogar sehr fruchtbar. Bereits in den 1970-er Jahren wurde die Fläche überpiant. Ein Bebauungsplan war vorhanden. So richtig Fahrt sollte das Projekt unter der Federführung des Landschaftsarchitekten Michael Mock aufnehmen. Leider verstarb dieser völlig unerwartet Ende 2022. Somit musste ein neues Planungsbüro gefunden werden. Zwei Jahre gingen ins Land. Grüner Touch für das Baugebiet „Wir wollten als Gemeinde und Ratsgremium einfach sehr viel richtig machen, dem Ganzen einen grünen Touch geben und potenziellen Käufern ermöglichen, direkt zu bauen", streicht der Bür- germeister gegenüber dieser Redaktion heraus. Im September 2025 legten die Mandatsträger den Quadratmeterpreis auf moderate 89 Euro fest. Da Fördermittel flossen, kalkuliert habe man kostendeckend kalkuliert. Eigentlich war alles gut, alle waren zufrieden resümiert Stefan Kießner. Bald wurden erste Bauplätze verkauft. Aber dann trat das Landesamt für Denkmalpflege auf den Plan. Der Auftrag der Denkmalpflege ist es, Bodendenkmäler zu bewahren. Dazu braucht es sogenännte Sondagen. So' nennt man im Fachjargon einen Probeschnitt, der zur Untersuchung eines Geländes vor einer größeren Ausgrabung durchgeführt wird. Mehrere kleine Grabungen sind wiederum nötig, um Schichtfolgen zu erkennen und Funde einer bestimmten Schicht zuzuordnen. Nach Durchführung und Dokumentation archäologischer Sicherungsmaßnahmen kann der Bauplatz freigegeben werden. „Hätten wir das eher 'gewusst, wäre es natürlich besser gewesen. Leider waren zum Start der Maßnahme erste Bauplätze' bereits veräußert", bedauert der Bürgermeister. Wenn alles planmäßig läuft, sollte in zwei bis vier Wochen alles abgeschlossen sein. Kießner betont: „Mir, ist der Grundsatz der Gleichbehandlung wichtig. Das heißt, wir wollen denjenigen, die bereits ein Grundstück erworben haben, keine Kosten weiterverrechnen." Aktuell sind von 22 Bauplätzen sechs verkauft, neun wurden reserviert, vier stehen zur Disposition und drei befinden sich im Gemeindeeigentum. Trotz Verzögerung wurden erste Häuser mittlerweile geplant und Baugenehmigungen grünes, Licht erteilt. Somit fällt der Startschuss im Baugebiet „Am Weinberg" auf jeden Fall noch im Laufe des zweiten Halbjahres 2026. „Nein, die Gemeinde Oberstreu hat sich nicht verkalkuliert und nein, es wurde kein Millionengrab geschaffen", stellt Stefan Kießner abschließend klar.

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  Architekt Uwe Schirber